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Webstandards
[ ... ] Wer sich beim Entwerfen und Erstellen von Websites an diese Standards hält, vereinfacht die Produktion und senkt die Kosten, während gleichzeitig Websites entstehen, die für mehr Menschen und mehr webfähige Endgeräte zugänglich sind.
Web Standards Mission Statement
Das World Wide Web Konsortium (W3C) und andere Institutionen haben Technologien entwickelt, um Web-Inhalte auf eine gemeinsame Basis zu stellen. Diese Standards sollen eine Grundlage für die technische Einheitlichkeit des World Wide Webs ermöglichen.
Mit Webstandards kann man:
- die größtmögliche Lebensdauer einer Internetseite sicherstellen.
- den HTML-Code vereinfachen und Produktionskosten senken.
- Internetseiten erstellen, deren Design leicht zu ändern ist.
- Internetseiten ermöglichen, die auch für Menschen mit Behinderungen und für neue Internetgeräte zugänglich sind.
- die korrekte Wiedergabe der Internetseiten auch für zukünftige Geräte und Browser sicherstellen.
Wo liegt das Problem?
Das W3C veröffentlicht regelmäßig Empfehlungen und technische Spezifikationen, hat aber keine Entscheidungsbefugnis über die technischen Entwicklungen im Internet.
Nachdem das World Wide Web schnell populär wurde, entwickelten die Browser-Konkurrenten Microsoft und Netscape seit 1995 jeweils eigene Browser-Standards, um mit neuen und exklusiven Funktionen die Internetnutzer an sich zu binden.
Der „Browser-Krieg“
Die Funktionen der beiden Konkurrenten entsprachen nicht oder nur unzureichend den Webstandards, obwohl beide Browserhersteller seit Gründung des W3C im Jahre 1994 an deren Entwicklung beteiligt waren.
Bis zum Jahre 1999 wurden den Internetnutzern und den Webdesignern immer neue Funktionen angeboten. Man spricht bei diesem Kampf um Marktanteile heute vom sogenannten „Browser-Krieg“. Den Sieg konnte schließlich Microsoft davontragen.
Die ursprüngliche Idee einer plattformübergreifenden Auszeichnungssprache für Dokumente wurde also zwischen 1995 und 1999 wirtschaftlichen Interessen geopfert. Aus diesem Grund sehen Sie auf einige Internetseiten auch heute noch den Hinweis „optimiert für ...“.
99,9 % aller Internetseiten sind obsolet.
Webdesigner Jeffrey Zeldman, 2002
Büchse der Pandorra: Web-Editoren
1997, mitten im „Browser-Krieg“, erschienen die ersten grafischen Web-Editoren. Das Zeitalter der Pixelschubser war angebrochen: Websites konnten nun nach grafischen Gesichtspunkten wie in einem Layout-Programm mit der PC-Maus zusammengeklickt werden. HTML-Kenntnisse waren nicht mehr erforderlich und es enstand die populäre Berufsbezeichnung „Webdesigner“. Der automatisch generierte HTML-Quellcode der Web-Editoren hatte mit geltenden Webstandards jedoch noch weniger zu tun als die Browser-Versionen jener Zeit.
Schlechtes und gutes Webdesign
Der klassische Irrweg
Noch immer werden die meisten Internetseiten mit unsichtbar gemachten Layout-Tabellen erstellt, um Inhalte auf der Seite zu positionieren. Jedes einzelne Design-Element wird überall und auf jeder Einzelseite definiert: Schriftgrößen, Schriftfarben und grafische Objekte als Textersatz. Bei jeder gewünschten Änderung dieser Websites müssen alle Seiten geöffnet und jedes Einzelelement separat verändert werden.
Standardkonformes Webdesign
Eine Internetpräsenz nach den Vorgaben geltender Webstandards ist vollkommen anders strukturiert. Die Einzelseiten beinhalten nur die reinen HTML-Inhalte, aber keine Tabellen und keine Design-Definitionen. Layout und Design werden durch externe Stilvorlagen gesteuert und definiert.
Geldwerter Vorteil: Stilvorlagen
Die Trennung zwischen den HTML-Seiten und dem Design, sowie der Verzicht auf statische Tabellenkonstrukte als Layout-Krücken sind die wichtigsten Merkmale von standardkonformen Internetseiten.
Für die Seiten von pookerart.de gibt es beispielsweise zwei Stilvorlagen: eine, die die Anzeige in Ihrem Browser definiert und eine, die für die Druckfunktion definiert ist.
Die Druck-Stilvorlage macht die Navigation unsichtbar, ebenso die Hintergrundfarben und -grafiken. Der Inhaltsbereich wird mit 90% Breite ausgegeben, der Hintergrund ist weiß, der Text schwarz, die Druckschrift ist eine Times und die Zeilenhöhe ist geringer.
Um das gesamte Design für die Druckausgabe zu definieren, musste nur die entsprechende Druck-Stilvorlage angelegt und definiert werden. Die HTML-Seiten blieben davon unberührt.
Jederzeit kann das Design einer standardkonformen Seite geändert werden: Schriften, Hintergründe, Grafiken und Farben. Dadurch nutzen Sie als Kunde den großen Vorteil einer Investitionssicherheit: Sie können, aber Sie müssen nicht mit jeder Mode gehen. Ist ein Text zu verändern oder eine Seite zu ergänzen, bleibt das wiederum vom Design unberührt.
Wer profitiert von Webstandards?
...für die Nutzer Ihres Internetangebots:
- Schnelle Ladezeiten
- Keine Übertragung von überflüssigem Datenmüll, keine Layout-Tabellen, valider Code.
- Grundlage für barrierefreie Erreichbarkeit
- Informationen für alle, auch für blinde, sehbehinderte und motorisch beeinträchtigte Nutzer.
- Geräteunabhängigkeit
- Inhalte erfassbar durch Screen-Reader, Browser, Text-Browser, Handhelds, Suchmaschinen, Drucker.
- Skalierbarkeit und Druckversion
- Keine Grafiken als Schriftersatz, die Texte sind dadurch frei skalierbar. Druckversion ohne Kopien der Seiten.
...für Sie als Betreiber einer Website:
- Günstigere Hosting-Kosten
- Schlanker, standardkonformer HTML-Code, dadurch weniger Speicherplatz nötig.
- Bessere Suchmaschinen-Platzierung
- Google liest die Struktur des HTML-Codes. Vorteile bei semantisch korrekten HTML-Seiten.
- Flexibilität in der Anpassung
- Trennung von Inhalten und Design durch Stilvorlagen.
- Investitionssicherheit
- Website bleibt auch langfristig mit neuen, alternativen Ausgabegeräten und zukünftigen Browsern kompatibel.
Weitere, allgemeinverständliche Informationen zum Thema Webstandards finden Sie im Internet:
- Web Standards Project
Deutsche Fassung des Mission Statement der Organisation, mit einem umfassenden Überblick zur Entwicklung des Webdesigns. Übersetzt von Heike Edinger. - Vorteile von Web-Standards
Eine HTML-Folienpräsentation mit kurzen, klaren Aussagen zu den Vorteilen von Webstandards. Original von maxdesign, übersetzt von Stefan Walter.
